Die Kirchenbücher von Dörverden

Kirchenbücher waren bis zur Einführung der Standesämter im Jahre 1875 die wichtigsten, oft die einzigen, offiziellen Dokumente, in denen vom Pastor Informationen zum Personenstand der Einwohner festgehalten wurden. Sie sind heute daher eine wichtige Quelle für alle, die an Familien- und Regionalgeschichte interessiert sind.

In Dörverden beginnt das Kirchenbuch mit dem Jahre 1660. Es beinhaltet alle Hochzeiten, Geburten und Todesfälle der zur ev. Kirchengemeinde gehörenden Ortschaften Dörverden, Stedorf, Barme, Drübber, Diensthop, Geestefeld und Borstel. Auch die jenseits der Weser gelegenen Ortschaften Ober- und Nieder-Boyen gehören zur Dörverdener Kirche. Relativ selten, z.B. bei Hochwasser oder zu Kriegszeiten, finden sich auch Eintragungen, die sich auf Personen aus nicht zur Kirchengemeinde Dörverden gehörenden Orten beziehen.

In den älteren Teilen ist die mittlerweile zum Teil verblichene Schrift gelegentlich schwer zu entziffern. Auch sind in den frühen Jahren die Eintragungen zum Teil recht knapp und informell gehalten, so dass die eindeutige Zuordnung der einzelnen Einträge zu Familien nicht immer möglich ist. Ihre Ausführlichkeit hängt zudem von den Interessen und Vorlieben des jeweiligen Kirchenbuchführers ab. Erst mit den Bänden ab 1853 hat das Kirchenbuch Formularcharakter erreicht und enthält ausschließlich "amtliche" Informationen. In den älteren Bänden finden sich manchmal zusätzliche Informationen, z.B. zu Kriegsereignissen und Krankheitsepidemien, die über reine Personenstandsinformationen hinausgehen.

Auch ist offensichtlich, dass durch veränderte äußere Umstände die Qualität der Eintragungen beeinflusst wird. Auffällig ist z.B., dass jeweils kurz nach Amtsantritt eines neuen Pastors/Kirchenbuchführers die Schreibweise der Orts-, Vor- und Nachnamen stärkeren Variationen unterliegt. Ebenso ist mehrfach zu beobachten, dass die Schriften (oder die Qualität der Eintragungen) gegen Ende der Amtszeiten der Pastoren - vermutlich bedingt durch Alter oder Krankheiten - deutlich schlechter werden.

Das Dörverdener Kirchenbuch ist weitgehend vollständig. Es gibt nur wenige größere Lücken. Im Falle des Sterberegisters hat es allerdings den Anschein, als sei es für jeweils kurze Zeiträume ohne Sorgfalt geführt worden. Im Falle des Heirats- wie des Sterberegisters fehlen jeweils zwei vollständige Jahrgänge:

Seit dem Frühjahr 2008 arbeitet eine kleine Gruppe von Interessierten an der Transskription des Dörverdener Kirchenbuches, salopp gesprochen: seiner Umsetzung von Sütterlin nach Times-New-Roman. Die Transskription des Zeitraums 1853-1875 ist abgeschlossen. Die anderen Teile werden noch bearbeitet und die erstellten Transskriptionen warten darauf, Korrektur gelesen zu werden. Wir geben davon aus, dass dies bei der Fülle des Materials (ca. 2500 Seiten) noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Da wir aber um das große Interesse an dem Material wissen, stellen wir hier auch diejenigen Teile des Kirchenbuches der Öffentlichkeit zur Verfügung, die noch nicht vollständig Korrektur gelesen sind. Wir hoffen, dass sie bereits in ihrer gegenwärtigen Form - trotz der noch vorhandenen Fehler und Unvollkommenheiten - für Genealogen und andere an Regionalgeschichte interessierte Personen für eigene Forschungsarbeiten nützlich sind.

Jeweils neuere Versionen erscheinen häufig aber unregelmäßig.

Das Kirchenbuch der Gemeinde Dörverden besteht aus mehreren Bänden:

Darüberhinaus existiert das unter französischer Herrschaft erstellte Zivilstandsregister für den Zeitraum 1810-1811.

Weitere, für die nähere Umgebung interessante genealogische Informationen finden sich auf den Webseiten der Verdener Familienforscher.

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